Wie viel müssen Sie pro Tag wirklich trinken?

Dass es uns ohne genug Flüssigkeit schnell schlecht geht, weiß jeder. Dennoch hört man zum Thema „gesunde Trinkgewohnheiten“ viele verschiedene Meinungen. Was ist eigentlich der aktuelle Forschungsstand? Die Alpha-Ärzte versorgen Sie mit gesichertem Wissen.

mineralwasserflaschen

Der menschliche Körper verbraucht am Tag durchschnittlich 2,5 Liter Wasser – beim Stoffwechsel und durch Schwitzen. Einen kleineren Teil der benötigten Flüssigkeit zieht sich unser Organismus aus der Nahrung. Der größere Anteil muss durch Trinken zugeführt werden. Dafür empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung eine Trinkmenge von 1,5 Liter täglich. Außentemperatur und körperliche Anstrengung können diesen Wert natürlich nach oben treiben. Bei Hitze, wo wir erheblich mehr schwitzen, sollten es bis zu 3 Liter sein.

Größere Trinkmengen braucht es nicht

Empfehlungen, die man mancherorts hört oder liest, gehen häufig über diese Mengen hinaus. Für den Durchschnittserwachsenen ist das aber nicht haltbar. Die Nierenspezialisten Dan Negoianu und Stanley Goldfarb von der Universität Pennsylvania haben 2008 alle bisherigen klinischen Studien zum Thema Wasserkonsum verglichen. Ihr Fazit: Gängige Empfehlungen, täglich 2 Liter und mehr zu trinken, sind haltlos. Solange man nicht übertreibt, schadet es zwar nicht, mehr zu trinken. Ein Gesundheitsproblem muss man sich aber auch nicht einreden lassen, nur weil man nicht auf diese Menge kommt.
Mit Vorsicht zu genießen sind auch Empfehlungen, die sich nach dem Körpergewicht richten. Die Stoffwechselvorgänge vollziehen sich bei jedem Menschen anders. Je nachdem, ob man sich bei der Arbeit viel bewegt, Sport treibt oder regelmäßig bestimmte Dinge isst, schwankt auch die erforderliche Trinkmenge. Das Körpergewicht ist also nur ein Faktor unter vielen.

mineralwasser

3 Tipps, die helfen, den „Füllstand“ zu messen

Drei Faustregeln werden heutzutage von den meisten Ärzten unterstützt:

  • Richten Sie sich beim Trinken vor allem nach Ihrem Durst. Mehr als einen halben bis einen Dreiviertelliter Wasser pro Stunde kann der Körper gar nicht verarbeiten – darüber hinausgehende Mengen werden direkt ausgeschieden.
  • Nehmen Sie beim kleinen Geschäft auf der Toilette einen dunkleren Gelbton wahr, haben Sie wahrscheinlich zu wenig getrunken. Verantwortlich für die Gelbfärbung des Urins ist der Gallenfarbstoff Bilirubin. Er ist bei Flüssigkeitsmangel in höherer Konzentration vorhanden.
  • Im Zweifel hilft ein Test: Kneifen Sie sich kurz in die Haut, zum Beispiel am Unterarm. Bleibt die Falte einen Moment lang „stehen“, kann Ihr Körper einen guten Schluck gebrauchen.

Ältere Menschen trügt das Durstgefühl manchmal. Einerseits brauchen sie etwas weniger Flüssigkeit, weil ihr Stoffwechsel verlangsamt ist. Andererseits können von Demenz Betroffene das Trinken auch einfach vergessen. Eine bei Senioren oft anzutreffende Dehydratation, ein Flüssigkeitsmangel, wirkt sich in vielerlei Hinsicht negativ aus. Die Gehirnaktivität kann sie deutlich einschränken und den Körper schwer schädigen. Wer ältere Personen im Umfeld hat, sollte darum mit auf die Trinkgewohnheiten achten.

mann schwitzt

Dann kann es gefährlich werden

Jüngere, insbesondere Ausdauersportler, verfallen manchmal ins andere Extrem. Zwar braucht ein vom Sport ausgelaugter Körper deutlich mehr Flüssigkeit. Wer aber die Marke von 7 bis 8 Litern pro Tag streift, kann in die Bredouille kommen. Lebenswichtige Mineralstoffe wie Natrium werden dann aus dem Körper ausgeschwemmt, durch die Nahrung können sie so schnell nicht ersetzt werden. Ein lebensbedrohlicher Zustand kann sich einstellen.
Menschen, die an bestimmten Herz- oder Nierenerkrankungen leiden, sollten sogar weniger trinken als die empfohlenen 1,5 Liter pro Tag. Dies jedoch ausschließlich nach Rücksprache mit ihrem Arzt.

WASSER SPRUDELT

Hilfe bei Infekten und beim Abnehmen

Bei Erkältungen, Blasenentzündungen und Verstopfung ist ausreichend Flüssigkeitszufuhr wichtig. Insbesondere wenn die Atemwege verstopft sind und man sich matt fühlt, vergisst man schnell mal den Griff zur Wasserflasche. Die Schleimbildung, die Erreger ausschwemmt, ist aber auf genug Flüssigkeit angewiesen.
Auch bei Übergewicht kann gut dosiertes Trinken helfen. Direkt vor größeren Mahlzeiten kann man zum Beispiel einen halben Liter trinken. Wissenschaftler von der Universität Birmingham fanden heraus, dass Abnehmwillige so schneller Gewicht verlieren – weil die Flüssigkeit dem Magen ein Sättigungsgefühl vorspielt. Hinzu kommt ein weiterer Faktor: Wasser, das sich auf Raumtemperatur befindet, wird nach dem Schlucken erst einmal vom Körper erwärmt. Der entsprechende Energieaufwand liegt bei etwa 50 Kilokalorien pro 0,5 Liter. Auch das kann einen Beitrag dazu leisten, Pfunde purzeln zu lassen.
Die vielzitierte „Entschlackung“ oder „Entgiftung“ von Zellen, die mit viel Trinken manchmal assoziiert wird, lässt sich wissenschaftlich hingegen nicht belegen.

BACH WASSER

Leitungswasser, Mineralwasser oder Kaffee?

Die günstigste Möglichkeit, sich mit hochwertigem Wasser zu versorgen: Einfach den Wasserhahn in der Küche aufdrehen. Der Liter kostet in Deutschland meist nicht mehr als 0,2 Cent. Für die gleiche Menge Mineralwasser zahlen Sie im Laden durchschnittlich 50 Cent. Selbst beim Discounter sind mehr als 10 Cent fällig. Das ist rund 50-mal teurer als Leitungswasser. Wer es besonders erfrischend mag, kann dem kühlen Nass aus der Leitung mit Hilfe eines Sprudlers Kohlensäure hinzufügen.

  • Leitungswasser wird strenger kontrolliert als Mineralwasser. Zudem enthält es oft mehr wertvolle Mineralstoffe als die kostspieligere Variante aus dem Supermarkt. Abhängig ist das unter anderem von den örtlichen Bodenverhältnissen. In Bayern zum Beispiel ist das Leitungswasser meist deutlich kalziumhaltiger. Ihr lokales Wasserwerk stellt Informationen zum Gehalt des Leitungswassers häufig direkt im Internet bereit.
  • Auch Kaffee und Tee helfen, den Durst zu stillen. Ansichten, wonach Kaffee eher „austrockne“ und nicht zum Flüssigkeitshaushalt beitrage, gelten als veraltet.
  • Limonaden oder Cola enthalten zu viel Zucker. Wenn Sie Fruchtsaft als Schorle mit einem größeren Anteil Wasser zu sich zu nehmen, ist das ein guter Durstlöscher mit etwas Geschmack. Pur getrunken ist Fruchtsaft ebenfalls zu zuckerreich.
  • Alkoholische Getränke sollten Sie nicht dazu nutzen, Ihre Flüssigkeitsbilanz aufzubessern. Sie sollten ein nur gelegentlich zugeführtes Genussmittel bleiben.

Die Alpha-Ärzte unterstützen Sie gern

Nicht nur die Menge der Flüssigkeitszufuhr ist wichtig. Auch darauf, was Sie trinken, kommt es an. Informationen über Ihre Trinkgewohnheiten können Ihrem Arzt helfen, der Ursache von Erkrankungen auf die Spur zu kommen. Bei gesundheitlichen Problemen aller Art kommt auch einer der erfahrenen Alpha-Ärzte gerne direkt zu Ihnen – ein kurzer Anruf genügt.

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