Welche „Hausmittel“ helfen wirklich gegen Erkältung?

Bei Husten und triefender Nase schwört jeder auf etwas anderes – je nachdem, was man im Laufe des Lebens von der Oma, den Kollegen oder anderen Wohlmeinenden so an Tipps aufgeschnappt hat. Einige verbreitete Hausmittel haben die Alpha-Ärzte für Sie einer Prüfung unterzogen. Und siehe da: Mancher althergebrachte Ratschlag ist tatsächlich zu empfehlen.

Chemie muss bei Erkältung nicht unbedingt sein

Bei einer einfachen Erkältung scheuen sich viele, gleich zu Pharma-Produkten zu greifen. Aus medizinischer Sicht durchaus zu Recht: Im Durchschnitt dauert ein grippaler Infekt 7 bis 10 Tage – und die Genesung lässt sich durch Arzneien normalerweise nicht beschleunigen. Anders sieht es bei einer echten Grippe aus oder wenn der Organismus aus anderen Gründen vorgeschwächt ist. Dann können je nach Lage durchaus spezielle Medikamente gefragt sein.
Mit recht einfachen Mitteln lässt sich eine Erkältung wenigstens erträglicher machen. Andersherum kann Unangebrachtes die Lage verschlimmern. Vor solchen Irrtümern möchten die Alpha-Ärzte Sie gerne bewahren.

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Manche „Geheimtipps“ sind leider fehl am Platz

Im Gegensatz zur landläufigen Meinung ist es zum Beispiel nicht empfehlenswert, mit beginnender Erkältung in die Sauna zu gehen.

  • Die hohen Temperaturen fördern im Körper die Vermehrung der Erreger, die für den Infekt verantwortlich sind.
  • Das erkältungsgeplagte Herz-Kreislauf-System erfährt durch das Saunieren eine weitere Schwächung.

Auch nicht so wirkungsvoll wie gedacht ist im Erkältungsfall die beliebte „heiße Zitrone“. Von dem Heißgetränk, das mit ausgepresstem Zitronensaft und Zucker oder Honig angerührt wird, erhoffen sich Patientinnen und Patienten fälschlicherweise einen Vitamin-C-Schub.

  • Leider wird die Ascorbinsäure, chemische Grundform des Vitamin C, durch Erhitzen irreparabel geschädigt. Der Vitamingehalt geht dann gegen Null.
  • Wer den süßsauren Geschmack mag, kann die heiße Zitrone aber trotzdem zu sich nehmen. Schaden anrichten wird sie nicht – solange Sie sich dabei nicht die Zunge verbrennen.

Mit natürlichem Vitamin C liegt man grundsätzlich nicht falsch. Gegen eine Erkältung in voller Fahrt hilft es zwar kaum. Zur Vorbeugung gegen Infekte, die in den kalten Monaten ständig drohen, ist frisch gepresster Zitronensaft aber gut. Die gelben Südfrüchte enthalten pro 100 Gramm ganze 50 Milligramm Vitamin C, das ist eine bombige Ausbeute. Das unerhitzte Pressprodukt können Sie gut mit anderen Fruchtsäften vermischen.

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Das wichtigste Hausmittel ist viel Trinken

Nachdem Ihre Erkältung ausgebrochen ist, sollten Sie vor allem viel trinken. Der Körper braucht unbedingt feuchten Nachschub, um den entstehenden Schleim zu verflüssigen. So kann er die Erreger allmählich ausschwemmen. Gut sind Wasser oder leichte Saftschorlen. Noch besser ist heißer Tee. Er lässt Dampf in die Atemwege steigen, was bei verstopfter Nase und gereiztem Rachen wohltuend ist. Die Wärme fördert außerdem die Durchblutung in den befallenen Schleimhäuten. Immunabwehr-Zellen gelangen dann besser an ihre Bestimmungsorte. Sinnvoll sind auch heiße Milch mit Honig und die berühmte Hühnersuppe. Tatsächlich kann es aber auch jede andere Suppe sein. Sogar die heiße Zitrone kommt zu ihrem Recht.

  • Tees dürfen gern auch mit Auszügen von Heilpflanzen wie Thymian oder Anis versetzt sein.
  • Thymian etwa enthält ätherische Öle mit nachgewiesen schleimlösender Wirkung. Das gilt bei Husten als förderlich.

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Gerstensaft mal ohne Alkohol

Ein altes Hausmittel, warmes Bier, ist ebenfalls nicht zu verachten. Wie Thymian weist Hopfen, wichtiger Inhaltsstoff des Gärgetränks, reichlich ätherische Öle auf. Im Verbund mit den ebenfalls enthaltenen Bitterstoffen soll das eine beruhigende Wirkung haben. Das ist angenehm für Patientinnen und Patienten, denen laufende Nase und Hustenreiz das Einschlafen schwer machen. Das Bier sollten Sie jedoch nur leicht erwärmen. So werden die Wirkstoffe nicht zerstört. Aus medizinischer Sicht ist lediglich die alkoholfreie Variante empfehlenswert. Alkohol entwässert den Körper und schwächt darüber hinaus das Immunsystem. Bei einer Erkältung ist das kontraproduktiv.

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Die Zwiebel kann bei Erkältung viel

Nützliche Bitterstoffe weist auch die Zwiebel auf. Im Falle des scharfen Gemüses sind das unter anderem schwefelhaltige Sulfide. Sie sind auch für das Augenbrennen verantwortlich, das Zwiebelschälen verursachen kann. Wegen ihrer antibakteriellen und desinfizierenden Wirkung können sie bei Halsweh, Schnupfen und Husten gut sein.

  • Einen Zwiebelsud gegen Husten erhalten Sie, wenn Sie eine gewürfelte Zwiebel zusammen mit etwas Zucker sehr kurz aufkochen. Das Ganze eine Weile abkühlen lassen und durch einen Kaffeefilter oder ein Tuch geben. Den Saft können Sie löffelweise einnehmen. Ihre Bronchien werden es Ihnen womöglich danken.

Quark ist keinesfalls wirkungslos

Quarkwickel gegen Halsschmerzen sind ein altes Hausmittel vom Land. Mancher runzelt darüber die Stirn. Die Wickel können aber durchaus einen Effekt haben: Quark enthält Kasein, ein Gemisch aus Milchproteinen. Wenn es über die Haut aufgenommen wird, kann es Entzündungen hemmen und den Stoffwechsel anregen. Empfehlenswert ist, für den Halswickel lauwarmen Quark zu nehmen. Der Fettgehalt ist nicht von Bedeutung.

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Manches aus der Apotheke ist auch nicht zu verachten

Selbst wenn Sie bei Erkältungen Hausmitteln den Vorzug geben: Manches aus der Apotheke kann kein Hausmittel ersetzen. Dazu zählt zum Beispiel Nasenspray. Die Einnahme in behutsamen Dosen hilft, die oberen Atemwege freizuhalten. So können Erreger weniger leicht aus dem einen Nasenkanal in den anderen wandern. Das beugt unangenehmen Entzündungen der Nebenhöhlen vor. Gehen Sie aber sparsam mit dem Nasenspray um. Länger als eine Woche sollten Sie es nicht verwenden. Ansonsten droht ein Gewöhnungseffekt, der die Schleimhäute dauerhaft austrocknen lässt.

Die Alpha-Ärzte helfen gern

Auch bei einer „einfachen“ Erkältung kommen die Alpha-Ärzte gerne zu Ihnen. Eine frühzeitige ärztliche Behandlung kann verhindern, dass das Leiden sich zu lange hinzieht. Eine verschleppte Erkältung hingegen hat schon manchen Patienten den halben Winter lang beschäftigt. Unsere erfahrenen Notärzte können Ihren Zustand beurteilen und Ihnen ganz individuell helfen.

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