Im Winter lässt eine Angina oft den Rachen zuschwellen

Schluckbeschwerden, Mandeln, die gerötet oder eitrig sind, Abgeschlagenheit und Fieber: Eine Angina ist eine Mandelentzündung, die oft im Schlepptau einer Erkältung auftritt. Es gibt sie aber auch ganz ohne Erkältungs-Symptome. Die Alpha-Ärzte informieren über das Leiden, das in der kälteren Jahreszeit viele heimsucht.

Angina ist nicht gleich Angina

Das Wort „Angina“ kommt vom griechischen agchóna, was wörtlich „Erwürgen“ bedeutet. Die Medizin benutzt den Begriff für Verengungen, aber auch für Beklemmungsgefühle verschiedener Art. Bekannt ist zum Beispiel die Angina pectoris, ein Engegefühl in der Brust, das durch eine Störung der Herzkranzgefäße ausgelöst wird. Mit dem Hals hat diese Erkrankung nichts zu tun.
Von Angina spricht der Volksmund vor allem bei entzündeten Gaumenmandeln. Ärzte bevorzugen den Ausdruck „Tonsillitis“ – abgeleitet von den Tonsillen, der lateinischen Bezeichnung für die Mandeln.

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Warum erwischt es gerade die Mandeln?

Die Gaumenmandeln sind weichere Gewebelappen, die sich bei geöffnetem Mund links und rechts vom Schlund abzeichnen. Zusammen mit den Rachenmandeln und den Zungengrund-Mandeln sind sie wichtige Bestandteile unseres Immunsystems.

  • Das lymphatische Gewebe, aus denen die Mandeln bestehen, ist quasi der „Türsteher“ für Nase und Rachen. Was immer dort tiefer hineingelangt, muss an den Mandeln vorbei.
  • Das hochaktive Mandelgewebe besitzt spezielle Zellen, die Krankheitserreger erkennen können. Nach Identifikation eines unerwünschten Eindringlings wird sofort eine Abwehrreaktion unserer Immunkräfte angestoßen.

Die Mandeln können sich bei ihrer strapazierenden Tätigkeit aber auch selbst mit Viren oder Bakterien infizieren. Dann wird der entzündete Rachen zur lästigen Realität.

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So kann eine Angina sich äußern

Eine Angina beziehungsweise Mandelentzündung können Sie sich auf verschiedenen Wegen zuziehen: durch Ansteckung über Niesen und Husten, „feuchte Aussprache“ eines Gegenübers oder Intimkontakte. Auch die Schmierinfektion über Türgriffe, Smartphone-Displays oder andere gemeinsam genutzte Gegenstände ist ein häufiger Übertragungsweg. Meistens sind Viren verantwortlich, manchmal aber auch Bakterien.
Die unten aufgeführten Krankheitszeichen müssen bei einer Angina nicht alle gleichzeitig auftreten. Eine genaue Untersuchung hilft dem Arzt abzuschätzen, ob es sich um eine virale oder um eine bakterielle Infektion handelt. Das ist für eine effektive Behandlung entscheidend.

  • Das Schlucken ist schmerzhaft und fällt schwer.
  • Die Gaumenmandeln sind gerötet und geschwollen.
  • Auf den Mandeln befinden sich eitrige weiße Punkte oder ein Belag.
  • Sie haben Fieber und leiden unter Unwohlsein, Kopfschmerzen und ausgeprägtem Krankheitsgefühl.
  • Die Lymphknoten am Hals sind eventuell verdickt.

Kindern wird bei einer Mandelentzündung oft auch schlecht. Den Würgereflex löst die Reizung des noch nicht voll ausgebildeten Gaumens aus.
In jedem Fall ist bei einer Angina die Abklärung durch einen Arzt ratsam – besonders bei unangenehmen Beschwerden. Starke Probleme beim Schlucken und beim Mundöffnen zum Beispiel können auf Schlimmeres wie einen Mandelabszess hindeuten. Hier machen heftige Vereiterungen dem Betroffenen das Leben schwer, ärztlicher Beistand ist umgehend vonnöten.

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Der Arzt muss bei der Diagnose sehr genau hinschauen

Grippale Infekte oder Erkältungen, die Hauptverursacher einer Angina, werden meistens durch Viren ausgelöst. Gegen Viren sind Antibiotika nutzlos. Der Ruf nach einem solchen Arzneimittel ertönt trotzdem schnell. Ein verantwortungsbewusster Arzt wird nur dann ein Antibiotikum gegen eine Angina verschreiben, wenn die Krankheitsanzeichen auf Bakterien als „Schuldige“ schließen lassen.

  • Ein Hinweis auf eine bakteriell verursachte Angina kann ein durchgängiger weißer Belag sein. Typisch ist auch die Abwesenheit von Husten.
  • Im Zweifel kann der Arzt die Diagnose durch einen Streptokokken-Schnelltest unterstützen. Es ist auch möglich, aus einem Abstrich vom Rachen Bakterienkulturen zu erhalten. Das lässt weitere Rückschlüsse zu.

Eine bakteriell bedingte Angina legt sich nach Antibiotika-Gabe meist schnell wieder. Mandelentzündungen gehen aber nicht immer mit grippalen Infekten einher. Ein dicker eitriger Belag auf den Mandeln entsteht zum Beispiel auch bei Pfeifferschem Drüsenfieber. Letzten Aufschluss gibt hier ein Bluttest. Bei Scharlach, einer Krankheit, die für ihre Halsschmerzen berüchtigt ist, rötet sich zusätzlich stark die Zunge. Hinzu kommt oft Hautausschlag.

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Angina wirkungsvoll eindämmen

Auch gegen Halsbeschwerden, die auf eine Virus-Infektion zurückgehen, gibt es geeignete Mittel:

  • Halspastillen oder Sprays können die Schluckbeschwerden lindern.
  • Halsschmerzen lassen sich auch durch Schmerzmittel eindämmen. Passende Präparate wirken gleichzeitig fiebersenkend.
  • Genug Bettruhe und Kürzertreten sind sehr hilfreich.
  • Das Lutschen von Eis beruhigt oft die Schwellung.
  • Sie sollten geeignete Speisen zu sich nehmen, die den entzündeten Hals nicht noch mehr reizen. In Frage kommen zum Beispiel kalte Suppen oder Breie.
  • Viel Trinken ist meistens empfehlenswert.

Ihr behandelnder Arzt kann Ihnen genau sagen, welche Mittel in Ihrem Fall ratsam sind. Nach einigen Tagen Erholung hat das Immunsystem den verantwortlichen Virus meist erfolgreich bekämpft. Sollten Ihre Beschwerden ungewöhnlich lang anhalten, empfiehlt sich eine neuerliche Konsultation des Arztes.

Sie leiden unter einer quälenden Angina? – Die Alpha-Ärzte helfen gern

Falls Sie unter einer Angina beziehungsweise Mandelentzündung leiden, kommen die Alpha-Ärzte jederzeit gern zu Ihnen.

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