Die 5 häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten und wie man sie erkennt

Sexuell übertragbare Krankheiten sind ebenso wie klassische Geschlechtskrankheiten wieder auf dem Vormarsch. Der Grund: Auf Kondome wird beim Sex allzu oft verzichtet, seit die Angst vor Aids abgenommen hat. Doch für „Safer Sex“ gibt es weiter gute Gründe.

Was sind sexuell übertragbare Krankheiten?

Die Medizin unterscheidet zwischen sexuell übertragbaren Krankheiten und Geschlechtskrankheiten im eigentlichen Sinn. Sexuell übertragbare Krankheiten werden häufig, aber nicht ausschließlich über Geschlechtsverkehr übertragen. Dazu zählen etwa Hepatitis B, Herpes, Chlamydien, Filzläuse, aber auch das Aids-Virus HIV. Mit „klassischen“ Geschlechtskrankheiten kann man sich fast nur auf sexuellem Weg anstecken. Das sind zum Beispiel Syphilis, Tripper und weicher Schanker.
Leider treten die sexuell übertragbaren Krankheiten (STD nach engl. „sexually transmitted diseases“) seit der Jahrtausendwende wieder häufiger auf. Einige aufschlussreiche Zahlen:

  • Seit dem Jahr 2010 hat sich die Zahl der Syphilis-Fälle in Deutschland auf 7000 fast verdoppelt.
  • Bei den potenziell gefährlichen Chlamydien ist die Zahl der Neuansteckungen mit rund 100.000 pro Jahr ungebrochen hoch.

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Fahrlässige Sorglosigkeit

Die Ausbreitung der sexuell übertragbaren Krankheiten hat vor allem mit einer veränderten Haltung gegenüber Aids zu tun. Bis in die 90er Jahre war eine Infektion noch gleichbedeutend mit einem Todesurteil. Für die einst gefürchtete Immunschwäche-Krankheit, die durch das Humane Immundefizienz-Virus (HIV) ausgelöst wird, sind inzwischen stark verbesserte Kombinationstherapien entwickelt worden. Sie haben die Krankheit zwar nicht heilbar, aber gut kontrollierbar gemacht. Trotzdem infizieren sich allein in Deutschland jedes Jahr rund 3000 Personen neu mit dem Virus.
Insgesamt ist die Bereitschaft zur Kondom-Benutzung zwar hoch. Eine besondere „Nebenwirkung“ zeigen die neuen Therapiemöglichkeiten für Aids aber schon:

  • Manche Menschen haben häufiger oder sogar regelmäßig ungeschützten Gelegenheits-Sex.
  • Kondome sind jedoch weiterhin der wirksamste Schutz vor der Ansteckung mit sexuell übertragbaren Krankheiten aller Art.

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Anzeichen sind typisch

Symptome, Verlauf und Gefährlichkeit von sexuell übertragbaren Krankheiten sind ausgesprochen verschieden. Es gibt jedoch einige typische Merkmale, die auf eine solche Erkrankung hindeuten können. Sollten Sie etwas Derartiges an sich bemerken, ist eine ärztliche Untersuchung dringend anzuraten:

  • Auffälliger Ausfluss aus Glied, Vagina oder Anus
  • Brennender Schmerz beim Wasserlassen
  • Jucken und Hautveränderungen im Genitalbereich
  • Knötchen, Hautrötungen, Pickel, Warzen oder Geschwulste in derselben Zone
  • Lymphknoten-Schwellungen in der Leistengegend

Nachfolgend machen wir Sie mit den derzeit häufigsten Erkrankungen bekannt. Ein exaktes Ranking ist schwierig aufzustellen, weil viele Infizierte keinen Arzt aufsuchen. Rückmeldungen aus der ärztlichen Praxis erlauben aber eine ungefähre Schätzung.

Negativ-Spitzenreiter: Chlamydien

Die häufigste aller sexuell übertragbaren Erkrankungen wird durch Bakterien verursacht. Meist erfolgt die Ansteckung über Geschlechtsverkehr.

  • Erkrankte haben typischerweise dünnen, gelblichen Ausfluss, manchmal auch Probleme beim Wasserlassen.
  • Die Beschwerden sind oftmals nur schwach ausgeprägt. Deshalb bleibt eine Infektion oft unentdeckt.

Eine Chlamydien-Infektion kann jedoch sehr unschöne Folgen haben: bei Frauen zum Beispiel Unfruchtbarkeit und Fehlgeburten, bei Männern dauerhafte Harnwegsverengungen. Mit einem Antibiotikum lässt sich die Erkrankung gut behandeln.

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Negativ-Rang 2: Tripper

Die medizinisch als Gonorrhoe bekannte Erkrankung heißt so nach dem niederländischen Wort für „tropfen“. Das deutet auf ein typisches Merkmal hin: Ausfluss und Schmerzen beim „kleinen Geschäft“ auf der Toilette. Oft verläuft ein Tripper ganz symptomlos. Dabei ist er extrem ansteckend. Die möglichen Langzeitfolgen: Männer können eine Infektion der Geschlechtsorgane erleiden und unfruchtbar werden. Ein Antibiotikum hilft meist gegen den bakteriellen Erreger des Trippers.

Negativ-Rang 3: Syphilis

Die Syphilis war lange Zeit die Geschlechtskrankheit, die den größten Schrecken verbreitete – vor Entdeckung des Penizillins. Die Krankheit verläuft typischerweise in Schüben.

  • Anfangs kommt es vornehmlich zu Geschwüren im Genital- sowie im Mundbereich.
  • Schwellungen der Lymphknoten deuten auf die allmähliche Ausbreitung des Erregers im Körper hin.

Die ersten Anzeichen klingen gewöhnlich nach Wochen wieder ab. Nach einer längeren Latenzzeit entstehen grippeartige Beschwerden wie Fieber, Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen. Hinzu kommen braunrote Flecken oder Knötchen, die fast am ganzen Körper auftreten können. Unbehandelt ruht der Erreger dann neuerlich. Nach Jahren kann die sogenannte Spätsyphilis mit katastrophalen Schäden an inneren Organen, Haut, Muskeln und Gefäßen ausbrechen.
Der bakterielle Erreger der Syphilis kann durch Antibiotika erfolgreich bekämpft werden. Seitdem sind schwere oder gar tödliche Verläufe selten geworden.

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Negativ-Rang 4: Feigwarzen durch humane Papillomaviren (HPV)

Feigwarzen sind spitze, hautförmige Gebilde, die an den Genitalien und am Anus wachsen können. Sie werden fast immer durch humane Papillomaviren (HPV) verursacht. Feuchtigkeit und Wärme fördern ihr Wachstum.

  • Die Feigwarzen kann der Arzt durch Vereisen beseitigen.
  • Leider verschwinden die Erreger nicht mehr aus dem Körper, wenn man sich einmal infiziert hat. Neuerliches Auftreten der Warzen ist daher möglich.

Humanpapillomaviren können für Frauen gefährlich sein: Einige von ihnen sind vermutlich für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich. Ein wichtiger Grund, sich gegen die Infektion möglichst gut zu schützen.

Negativ-Rang 5: Hepatitis B

Die früher als „Gelbsucht“ bekannte Leberentzündung wird durch Viren ausgelöst. 2017 gab es in Deutschland rund 3600 Infektionen. Eine Ansteckung ist über alle Körperflüssigkeiten möglich, beim Sex geschieht sie am häufigsten.

  • Ein Teil der Infizierten erlebt die Hepatitis mit typischer Gelbfärbung der Haut, dunkel verfärbtem Urin, Mattheit und Beschwerden des Magen-Darm-Trakts.
  • Eine akute Hepatitis B heilt nach körperlicher Schonung meist von selbst, häufig ohne dass man die Infektion bemerkt.

Trotz des milden Verlaufs darf man Hepatitis B nicht auf die leichte Schulter nehmen. Wird das Leiden chronisch, können sich unangenehme Leberzirrhosen und sogar Leberkrebs ergeben. Daher gehört eine Impfung gegen die Erkrankung bei Kindern heute zum ärztlichen Standard. Bei chronisch gewordenem Leiden kann der Arzt antiviral wirkende Medikamente verordnen.

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Kondome schützen immer noch

Ein Kondom besitzt eine dichte Naturkautschuk-Wand. Sie verhindert, dass Körperflüssigkeiten wie Sperma, Scheidensekret oder Blut mit den genitalen Schleimhäuten eines Sexualpartners direkt in Berührung kommen. Das unterbindet normalerweise die Übertragung von Krankheitserregern. Bei sachgerechter Verwendung bieten Kondome einen praktisch 100%igen Schutz gegen das Aids-Virus HIV. Für die meisten anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen gilt das ebenso.
Bei Syphilis sowie bei Feigwarzen können die infektiösen Stellen aber im gesamten Genital- und Analbereich liegen – auch außerhalb der Regionen, die durch ein Kondom abgedeckt werden. Eine Infektion mit diesen beiden Erkrankungen ist also auch bei Kondomverwendung möglich. Das unterstreicht die Notwendigkeit, bei sexuellen Kontakten wachsam zu bleiben.

Bei möglichen Symptomen helfen die Alpha-Ärzte gern

Falls Sie einen Verdacht auf eine sexuell übertragbare Krankheit haben: Einer unserer erfahrenen Ärzte untersucht Sie jederzeit gern.

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