Mini-Vampire lauern im Gebüsch

Zecken stechen

Er ist wirklich gemein, der gemeine Holzbock oder Ixoedes ricinus, wie die Zecke auch genannt wird. Zecken gehören zur Gattung der Spinnentiere und ernähren sich als Parasiten vom Blut von Säugetieren.

Das Spinnentier sitzt faul auf Halmen, Gräsern, Farnen oder losem Laub herum und wartet geduldig bis ein potentielles Opfer – wie Mensch, Hund oder Reh – vorbei kommt.

Ist der Wirt erspäht, lässt sich die Zecke fallen, krallt sich an Schuhen, Hosen oder direkt an der Haut fest. Sie krabbelt solange umher bis sie eine gut durchblutete und zum Verweilen sichere Stelle findet: bevorzugt in der Kniebeuge, den Achselhöhlen, im Bereich des Bauchnabels oder in der Leistenregion. Dann sticht sie zu und saugt Blut.

Zecken sind hauptsächlich in der warmen Jahreszeit unterwegs, also von März bis Oktober. Aber sie können auch an milden Wintertagen aktiv sein, denn ihnen reichen gerade mal acht Grad Celsius zum Überleben.

Das Auftreten von Zecken ist weniger von der Jahreszeit, als vielmehr von der Temperatur abhängig.

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Zecken beißen nicht, sie stechen

Steckt die Zecke in der Haut, ist der „Biss“ leicht zu erkennen. Es kann aber auch passieren, dass sie zwischenzeitlich wieder abfällt und man gar nichts bemerkt. Denn ein Zeckenstich ist nicht immer eindeutig zu erkennen und kann leicht mit einem Mückenstich verwechselt werden: Er kann jucken, muss aber nicht.

Bei einem Zeckenstich besteht das Risiko einer Infektion mit Borreliose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). 

Borreliose

Laut dem Robert-Koch-Institut tragen zehn bis 35 Prozent der Zecken Borrelien in sich. Diese Bakterien befinden sich im Darm der Tiere. Saugt der gemeine Holzbock seinem „Opfer“ Blut aus, regt das die Borrelien an: Sie gelangen in den Speichel und können so auf den Menschen übertragen werden.

Einige Wochen nach einem Stich kommt es zu einer ringförmigen Rötung um die ehemalige Stichstelle. Eine Borreliose-Infektion kann zu

  • Hirnhautentzündungen
  • Lähmungen von Gesichtsnerven,
  • Muskelentzündungen und
  • Gelenkbeschwerden führen.

Wird die ringförmige Rötung schnell genug entdeckt, kann wirksam mit einem Antibiotikum über drei Wochen behandelt werden.

Wenn Sie unsicher sind, ob Sie sich infiziert haben, lassen Sie vier bis sechs Wochen nach dem Zeckenstich eine Blutuntersuchung vornehmen. Dann können Antikörper im Blut nachgewiesen und gegebenenfalls die Antibiose eingeleitet werden. Bei rechtzeitiger Behandlung ist nicht mit bleibenden Schäden zu rechnen.

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Weitaus seltener sind Zecken mit FSME-Viren befallen. In den deutschen Risikogebieten – vor allem Teile Bayerns, Baden-Württembergs, Südhessen und einzelne Landkreise in Rheinland-Pfalz und Thüringen – tragen zirka 0,1 Prozent der kleinen Spinnentiere das FSME-Virus in sich. Gegen die Viruserkrankung gibt es, wenn sie einmal ausgebrochen ist, keine Medikamente. Allerdings kann man sich mit der sogenannten „Zecken-Impfung“ schützen.

FSME erkennt man an grippeähnlichen Symptomen und Fieber. Bei einem Teil der Patienten kann eine Meningoenzephalitis, eine Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten, auftreten.

Gestochen – und nun?

Wenn Sie eine Zecke entdecken, heißt es: je schneller man die Zecke entfernt, desto weniger Zeit bleibt ihr, Krankheiten wie Borreliose oder FSME zu übertragen. Man kann das Spinnentier einfach mit einer Zeckenzange, Zeckenkarte oder einer Pinzette entfernen:

 

 

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Verzichten Sie unbedingt auf sogenannte „Hausmittel“ um die Zecke zu entfernen.

Das Aufträufeln von Öl, Kleber, Alkohol oder sonstigen Stoffen führt lediglich dazu, dass sich die Zecke „übergibt“ und so Krankheitserreger noch schneller übertragen werden. Durch Quetschen des Zeckenkörpers werden Speichel und Darminhalt des gemeinen Holzbocks in die Wunde gepresst – auch das sollte also vermieden werden.

Nachdem Sie die Wunde gereinigt und desinfiziert haben, sollten Sie in den nächsten Wochen darauf achten, ob sich die Stichstelle verändert oder grippeähnliche Symptome auftreten.

 

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Aber auch unregelmäßige Rötungen sind möglich. Insgesamt kann eine Wanderröte sehr unterschiedliche Formen und Ausmaße annehmen. Zeigen Sie verdächtige Hautstellen nach einem Zeckenstich deshalb immer einem Arzt.

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