Der Husten bringt manches an den Tag

Hust, hust, hust – in der kalten Jahreszeit ist das ein vertrauter Sound. In der Straßenbahn, im Büro oder im trauten Kreis mit Freunden kehrt bis weit ins Frühjahr keine Ruhe ein. Doch hinter dem typischen Bell-Geräusch, das unaufhaltsam aus der Kehle dringt, steckt keineswegs immer eine Winter-Bronchitis. Die Alpha-Ärzte zeigen, welche Erkrankungen den lästigen Husten im Schlepptau haben können.

  hustender mann

Schießwütiges Zwerchfell

Den Wohnungsnachbarn hört man oft husten, selbst wenn das Mauerwerk gar nicht so dünn ist. Manchmal wackeln regelrecht die Wände. Kein Wunder, denn jede Hustenentladung gleicht einer kleinen Explosion. Mit hurrikanartiger Geschwindigkeit von bis zu 100 Stundenkilometern wird die Luft durch den Schlund gepresst. Kräftige Muskeln sind daran beteiligt: die Zwischenrippenmuskeln und das Zwerchfell. Das Schließen des Kehldeckels hilft beim Druckaufbau. Bei Menschen mit geschwächter Knochensubstanz können durch Husten sogar Rippen brechen.

Husten ist keineswegs überflüssig

Ob wirklich eine Bronchitis oder etwas anderes dahintersteckt: Der Husten verhindert, dass die Atemwege sich rettungslos mit Schleim verstopfen. Ansonsten würde das Luftholen binnen kurzer Zeit unmöglich. Den Hustenvorgang steuern Rezeptorzellen, die über die unteren Atemwege verteilt sind. Sie registrieren, wenn sich allzu viel Schleim oder auch Fremdkörper darin befinden. Prompt lösen sie den Hustenreiz aus. Das ist bei einer Erkältungs-Bronchitis nicht anders, als wenn wir einen Bissen vom Abendessen in den „falschen Hals“ bekommen haben.

Vulkanausbruch

Flimmerhärchen in Aktion

Millionen winziger Flimmerhärchen, die Bronchien und Atemröhre auskleiden, helfen beim Abtransport von unerwünschten Stoffen. Schleimiges Sekret „wedeln“ sie in Richtung Rachen – mit bis zu 1000 Bewegungen pro Minute. In diesem kurzen Zeitraum werden die Ablagerungen bis zu einen Zentimeter weiter nach oben befördert. Die Flimmerhärchen verhindern, dass der Husten das ganz allein schaffen muss. Die Muskeln im Brustraum werden so geschont.
Wieso der Auswurf entsteht, ist nicht immer klar. So mancher vermeintliche Winterhusten hat sich schon als allergisches Asthma entpuppt. Hier bildet der Körper sich bloß ein, Pflanzenpollen, Tierhaare oder andere Substanzen seien gefährliche Störenfriede. Ebenso können Giftstoffe aus der Umwelt die Atemwege reizen. Gar nicht so selten ist die Speiseröhre auch durch Magensäure angegriffen, die unbemerkt aufgestoßen wird (sogenannte Reflux-Erkrankung). All das kann Husten zur Folge haben.

Wenn Viren bei der Lunge anklopfen

Trockener Husten ist besonders unangenehm. Er kann Kopf- und Brustschmerzen verursachen, nachts findet man oft nicht in den Schlaf. Nach anfangs trockenem „Kläffen“ wird – meist ein paar Tage später – Flüssigeres abgehustet. Eine solche Abfolge kann auf eine klassische Bronchitis hindeuten.
Diese wird meistens durch Viren verursacht. Sie schleichen sich per Ansteckung in die oberen Atemwege ein. Von da aus gelangen sie in die empfindliche Bronchialschleimhaut. Normalerweise kommen Schnupfen und Halsweh hinzu, ein geröteter Rachen und eventuell leichtes Fieber. Bei Grippe sind die Beschwerden noch stärker ausgeprägt.
Wenn der trockene Husten in seine „produktive“ Erscheinungsform übergeht, hat die angegriffene Schleimhaut schon kräftig ihre Drüsen in Gang gesetzt. So sucht sie die Erreger auszuschwemmen. Bei einer durch Viren verursachten Bronchitis ist der hochgehustete Schleim meist milchig weiß bis klar.
Jüngere Menschen, die prinzipiell gesund sind, husten selten länger als 14 Tage. Das Bellen verschwindet spätestens dann, wenn die Erkältung aus dem Körper raus ist.

Schillerndes Farbspektrum

Ist der Husten-Auswurf grünlich bis gelb, kann die Bronchitis auch auf eine bakterielle Infektion zurückgehen. Ein verlässliches Anzeichen ist die Sekretfarbe aber nicht. Im Zweifel hilft dem Arzt eine Sekret-Analyse oder eine Blutuntersuchung. Für die Therapie kann das entscheidend sein: Die selteneren bakteriellen Erreger lassen sich mit einem Antibiotikum bekämpfen, Viren jedoch nicht.
Eine bräunliche Färbung hat oft der Hustenschleim von Rauchern – auch ganz ohne Erkältung. Bei den Freunden des Nikotins sind die Flimmerhärchen, welche die unteren Atemwege überziehen, meist chronisch geschädigt. Sie scheitern daran, den Teer und die anderen Fremdstoffe nach oben zu befördern, die mit jedem Lungenzug eingesaugt werden. Das gelingt nur noch per Hustenstoß. Zum Ausgleich bilden sich in den Raucher-Bronchien mehr schleimproduzierende Drüsen. Entsprechend steigt mit den Jahren die Hustenfrequenz.

Frau mit Asthmaspray

Asthma wird immer häufiger

Bei Asthma bronchiale ist die Bronchialschleimhaut dauerhaft gereizt und geschwollen. Der Husten ist oft trocken oder befördert ein milchiges Sekret in den Mundraum. Asthmatischer Husten kann durchaus auch im Winter ausbrechen. Oft sind Augenjucken oder -tränen begleitende Beschwerden. Allergieauslösende Stoffe wie Hausstaubmilben-Kot sind auch in der kalten Jahreszeit allgegenwärtig. Im Spätwinter kommen Pollen von Frühblühern wie Birke, Erle oder Hasel hinzu. Asthma kann aber auch auf ganz andere Ursachen zurückgehen. Unter der erwachsenen Bevölkerung leiden bis zu 5 % darunter, Tendenz steigend.

Kann es auch was Schlimmeres sein?

Oft ist ein Husten vergleichsweise harmlos. Er verschwindet mit der Erkältung fast von selbst. Manchmal ist aber auch nicht damit zu spaßen. Das gilt insbesondere, wenn Sie älter sind, an einer chronischen Erkrankung leiden oder anderweitig geschwächt sind. Aus einer anfangs harmlosen Bronchitis kann sich schließlich eine Lungenentzündung entwickeln. Ist Blut in das Hustensekret eingemengt, ist ärztliche Hilfe besonders geboten. Es kann sich dabei um harmlose Rückstände aus dem Nasen-Rachen-Raum handeln. Hinter der Rotfärbung können sich aber auch ernstere Gesundheitsprobleme verbergen. Bei einer Lungenentzündung zum Beispiel ist der Auswurf oft rötlich bis rotbraun. Höheres Fieber tritt vielfach hinzu, selbst das Atmen bereitet Schmerzen.

Auf erfahrene Ärzte hören

Sich auf Verdacht einen Hustensaft in der Apotheke zu besorgen, ist nicht der ideale Weg. Denn beim Husten kommt es auf das Stadium an. Wenn der Schleim sich bereits löst, kann zum Beispiel ein Hustenstiller das unverzichtbare Abhusten erschweren. So wird das Leiden sogar noch verlängert. Bei Asthma ist normaler Hustensaft sowieso nicht das Richtige.
Einen erfahrenen Arzt sollten Sie dann konsultieren, wenn die Ursache unklar ist oder das Husten schmerzt. Auch wenn das Leiden länger als zwei Wochen anhält, Sie sich stark geschwächt fühlen oder Fieber haben, klingeln Sie besser einen Doktor Ihres Vertrauens an. Lieber einmal bloß auf Verdacht den Arzt konsultiert als einmal zu wenig.

Hasel allergisch

Fortschrittliche Diagnoseverfahren

Um dem Husten auf die Spur zu kommen, nutzen wir bei den Alpha-Ärzten eine bewährte Schnelltest-Diagnostik. Gefährliche oder gar lebensbedrohliche Erkrankungen können die Mediziner unseres privatärztlichen Haus- und Notdienstes so ausschließen. Sie als Patient müssen dazu nicht einmal Ihre Wohnung verlassen.
Gewissenhaftes Abhören und Abklopfen lässt Rückschlüsse auf die Verschleimung der Bronchien zu. Blut und Sekret, die wir bei Ihnen gewinnen, werden im Labor noch am gleichen Tag oder aber über Nacht ausgewertet. Und nach der Diagnose bekommen unsere Patienten die richtigen Medikamente gleich aus dem Arztkoffer. Im Zweifel raten wir zu einem Lungenfunktionstest, der mit einem Spirometer durchgeführt wird. Er kann über eine mögliche Lungenschädigung Auskunft geben.

 

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