4 neue medizinische Erkenntnisse, die für Ihren Alltag wichtig sein können

Zeitungen und Nachrichtenseiten sind voll von Berichten über medizinische Forschungsergebnisse. Doch welche davon wirken sich tatsächlich auf die Gesundheit von uns Durchschnittsmenschen aus? Die Alpha-Ärzte haben sich genau angesehen, welche neuen Ergebnisse für Sie von Bedeutung sein können. Folgen Sie uns einfach auf eine kleine Entdeckungstour.

Neue medizinische Erkenntnisse

Genügend Schlaf ist wesentlich für die Erkältungsabwehr

Dass der Schlaf für die Gesundheit wichtig ist, ist allgemein bekannt. Die Nachtruhe wirkt sich günstig auf zahlreiche Körperfunktionen aus. Die biologischen Mechanismen dahinter sind bisher kaum im Detail erforscht. Umso wichtiger sind die Ergebnisse, die Schlafforscher der University of California in San Francisco durch eine detaillierte Studie gewonnen haben. Sie untersuchten in den Jahren 2007 bis 2011, wie Schlafgewohnheiten mit der Anfälligkeit für Erkältungsviren zusammenhängen. Das Ergebnis der Studie, die 2015 erschien:

  • Wer weniger als 5 Stunden pro Nacht schlief, entwickelte mit 45%iger Wahrscheinlichkeit eine Erkältung.
  • Schliefen Studienteilnehmer mehr als 7 Stunden pro Nacht, lag die Erkältungswahrscheinlichkeit nur bei rund 17 %.

Erkältung durch Schlafmangel

Wie kamen die Forscher um Associate Professor Dr. Aric Prather zu diesem Ergebnis?
Sie rüsteten 164 Personen im Raum Pittsburgh über längere Zeit mit einem Schlafsensor aus. Der zeichnete ihre Schlafstunden auf. Auch sonstige Lebensgewohnheiten, welche den Gesundheitszustand beeinflussen können, wurden ermittelt. Über eine Pipette wurde die Nasenschleimhaut der Teilnehmer schließlich mit Erkältungsviren infiziert. Die Forscher stellten regelmäßig fest, wer tatsächlich eine Erkältung entwickelte und wer nicht.
Die hochinteressante Studie legt nahe: Besser als alle Vitaminpräparate, die Menschen zur Erkältungsvorbeugung einnehmen, hilft genügend Schlaf. Natürlich ist ausreichende Nachtruhe auch aus anderen Gründen wichtig. Experten in den USA bezeichnen Schlafmangel als regelrechte Epidemie. Sie verweisen auf Tote und Verletzte im Straßenverkehr und auf zahllose Arbeitsunfälle, die darauf zurückgehen.

Alkohol in kleineren Mengen ist nicht gesundheitsfördernd

Ein Glas Rotwein am Tag sei gut für den Körper – diese Annahme hält sich hartnäckig. Eine Gruppe internationaler Forscher ist in der großen Studie „Risk Thresholds for Alcohol Consumption“ zu einem ganz anderen Ergebnis gekommen: Personen, die regelmäßig kleinere Mengen trinken, leben keinesfalls gesünder als Abstinenzler. Wer mehr als eine Flasche Bier oder ein Glas Wein pro Tag konsumiert, stirbt im Durchschnitt sogar deutlich früher. Die Risikoschwelle liegt bei etwa 20 Gramm täglich. Die Verkaufszahlen verraten, dass statistisch gesehen jeder 15- bis 65-Jährige in Deutschland rund 32 Gramm zu sich nimmt. Das ist deutlich zu viel.

  • Für die 2018 veröffentlichte Studie, die unter der Leitung von Prof. Dr. Emmanuela Gakidou von der University of Washington in Seattle entstand, sammelten Wissenschaftler die Gesundheitsdaten von rund 600.000 Menschen aus 19 Ländern.
  • Die Untersuchten wurden nach ihren Trinkgewohnheiten klassifiziert.
  • Schon bei 28 bis 50 Gramm Alkohol pro Tag sinkt die Lebenserwartung von 40-Jährigen um durchschnittlich zwei Jahre.

Alkohol in kleineren Mengen ist auch ungesund

Ärzte raten daher, mit dem Genussmittel sehr vorsichtig umzugehen. Leider steigern nicht wenige Menschen die „kleinen Mengen“ mit der Zeit schleichend bis über die Grenze dessen hinaus, was der Körper absorbieren kann. Frauen sollten besonders aufpassen: Ihr Körper kann im Durchschnitt nur halb so viel Alkohol wegstecken wie der von Männern.

  • Bei trinkfreudigeren Personen zeigen sich verstärkt Bluthochdruck, Schlaganfälle und Herzprobleme.
  • Schädliche Folgen von Alkohol, die seit langem bekannt sind, sind darüber hinaus Lebererkrankungen und eine krebsfördernde Wirkung.

Und was ist mit dem „gesunden“ Glas Rotwein am Tag? Diese Empfehlung geht auf eine jahrzehnteealte Untersuchung zurück. Darin war unter anderem der Gesundheitszustand von Nicht-Trinkern eingeschätzt worden. Unter diesen befanden sich zahlreiche „trockene“ Alkoholiker. Sie hatten durch vorherigen Alkoholmissbrauch bereits chronische Gesundheitsprobleme entwickelt. Mäßige Trinker wirkten so scheinbar gesünder als Menschen, die ganz auf Alkohol verzichteten. Darauf weist Prof. Dr. Helmut Seitz, Direktor des Alkoholforschungszentrums der Universität Heidelberg, in einem Interview des „Zeit-Magazins“ hin.
Günstig können geringe Mengen Alkohol nur für ältere Patienten sein, die schon einmal einen Herzinfarkt oder eine koronare Herzerkrankung hatten. Bei ihnen erhöht die eigentlich schädliche Droge die Konzentration des „guten“ Cholesterins. Die Infarktwahrscheinlichkeit wird so verringert.

Sport hilft gegen Demenz

Die Lebenserwartung in den westlichen Industrieländern steigt ständig. Daher gibt es auch immer mehr Ältere, die von Demenz und Alzheimer betroffen sind. Eine wirksame medikamentöse Behandlung gegen diese Volksleiden lässt weiter auf sich warten.
Forscher weisen jedoch darauf hin, dass ein angemessener Lebensstil den Ausbruch von Demenzerkrankungen deutlich hinauszögern kann.

  • Menschen, die Sport treiben oder sich anderweitig körperlich betätigen, erkranken durchschnittlich um 20 % seltener an Demenz.
  • Stress steigert die Demenzanfälligkeit hingegen deutlich.

Sport hilft gegen Demenz

Das ergab unter anderem die sogenannte HUNT-Studie der Technisch-naturwissenschaftlichen Universität Norwegens. Die Wissenschaftler verfolgten darin über Jahrzehnte die Gesundheitswerte der 28.000 Teilnehmer, beginnend in den Jahren 1984–86.
Ein Fundament für eine spätere Demenzerkrankung scheint ein andauernd hohes Stressniveau zu sein – besonders in den mittleren Lebensjahren. Schweißtreibende Betätigung trägt zum Stressabbau bei. Die körperlich aktiven Studienteilnehmer konnten ihre geistige Leistungsfähigkeit so offenbar besser erhalten. Ärzte empfehlen für Menschen in allen Altersstufen daher jeden Tag möglichst viel Bewegung und regelmäßigen Sport. Wie die Leibesertüchtigung dem Nachlassen der „grauen Zellen“ entgegenwirkt, ist weitgehend unerforscht. Beruhigend ist, dass es bei vielen funktioniert.

Rauchen kann Parodontitis verursachen

Parodontitis ist in Deutschland die „Zahnseuche“ Nr. 1. Den früheren Spitzenreiter Karies hat die unangenehme Erkrankung des Zahnhalteapparats längst überholt. Mehr als die Hälfte aller Erwachsenen ist davon betroffen. Parodontitis, umgangssprachlich oft „Parodontose“ genannt, entsteht durch Bakterien, die Entzündungen des Zahnfleischs verursachen. Die Infektion kann sich bis zum Kieferknochen ausbreiten, die Zähne lockern und Zahnverlust auslösen. Typisch für die Betroffenen sind sichtbarer Zahnfleischschwund und freiliegende Zahnhälse.
Dass Rauchen Parodontitis fördert, wird seit längerem vermutet. Wie stark der Zusammenhang tatsächlich ist, zeigten Wissenschaftler unter der Leitung von Privatdozent Dr. Falk Schwendicke von der Abteilung für Zahnerhaltung und Präventivzahnmedizin an der Charité Berlin. Sie haben in einer 2017 veröffentlichten Studie eindrucksvolle Ergebnisse vorgelegt.

  • Das Parodontitis-Risiko ist bei Rauchern allgemein um das 4- bis 6-Fache erhöht.
  • In Deutschland sind etwa 10 % aller Parodontitis-Fälle direkt durch Zigarettenkonsum verursacht.
  • Bei jüngeren Rauchern ist die Gefahr, durch Nikotinsucht an Parodontitis zu erkranken, höher als bei älteren.

Rauchen führt zu Parodontitis

Parodontitis ist nicht nur unangenehm für die Zähne. Die Erkrankung steht im Verdacht, auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu begünstigen. Detaillierte Erkenntnisse über den Zusammenhang von Parodontitis und anderen Gesundheitsproblemen stehen noch aus. Fest steht, dass das Leiden Frühgeburten begünstigt.
Die wichtigste Ursache von Parodontitis ist eine mangelhafte Zahnpflege. In Zahnstein und Plaques können Bakterien überleben, welche die Erkrankung auslösen. Diabetiker und Schwangere sind besonders gefährdet. Bei Letzteren können hormonelle Umstellungen Parodontitis begünstigen.
Die Parodontitisbehandlung ist aufwendig und langwierig. Die Zahntaschen von Erkrankten müssen regelmäßig gereinigt werden. Je nach Tiefe des Befalls kann das durchaus belastend sein. Mehrmals im Jahr stehen professionelle Zahnreinigungen in der Zahnarztpraxis an. Von Betroffenen ist zu erfahren, dass sie auf diese meist chronische Erkrankung liebend gern verzichten würden. Ein weiterer Grund, endgültig vom Rauchen loszukommen.

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